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Qualitätsstufen

Anders als beispielsweise in den romanischen Weinanbaugebieten sind Weine aus Deutschland seit 1971 per Gesetz in Klassen und Qualitätsstufen für alle Anbaugebiete einheitlich und verbindlich gegliedert. Diese definierten Qualitäten haben allerdings weniger mit dem Geschmack, der Anbaulage oder dem Leseertrag zu tun, viel mehr liegt der Fokus auf einem einzigen Merkmal: dem Mostgewicht, das in Grad Oechsle gemessen wird.
Deutscher Qualitätswein (DQW)

Deutsche Qualitätsweine müssen zu 100 % aus einem der 13 deutschen Anbaugebiete stammen. Sie müssen je nach Anbaugebiet und Rebsorte unterschiedliche Mindestalkoholgehalte aufweisen. Der vorhandene Alkoholgehalt muss mindestens 8% Vol. betragen. Er darf nur als deutscher Qualitätswein bezeichnet werden, wenn ihm eine amtliche Prüfnummer zugeteilt wurde. Das Mostgewicht soll über 60 ° Oechsle liegen.

Deutsche Prädikatsweine (DPW)

erfüllen die höchsten Anforderungen an die Qualität. Der Most dieser Weine darf nicht angereichert werden. Deutsche Prädikatsweine tragen eine amtliche Prüfnummer.

Kabinett

ist die niedrigste Stufe der deutschen Prädikatsweine. Er darf nicht angereichert werden. Deswegen kommen Kabinettweine im Vergleich mit deutschen Qualitätsweinen mit einem geringeren Alkoholgehalt aus. Das Mostgewicht muss zwischen 75 und 85 Öchslegrad aufweisen.

Spätlese

ist ein deutscher Prädikatswein. Trauben für ein Spätlesewein werden nach der Hauptlese geerntet. Sie müssen einen Öchslegrad zwischen 85 und 95 aufweisen.

Auslese

ist eine Bezeichnung für einen deutschen Prädikatswein. Aus den vollreifen Trauben werden alle nicht makellosen Früchte entfernt. Das Mostgewicht muss 95-105 ° Öchsle aufweisen. Dieser Wein zeichnet sich aus durch eine Fülle von Aromen aus.

Beerenauslese

Der Begriff Beerenauslese steht für einen deutschen Prädikatswein. Für diesen Wein werden nur überreife und edelfaule Trauben verwendet. Sie müssen einen Öchslegrad von 115 bis 128 aufweisen. Bei diesen Trauben ist der natürliche Zuckergehalt sehr hoch. Beerenauslesen besitzen hohe Würzanteile und sind bernstein- bis honigfarben. Wie alle anderen edelsüßen Weine auch, besitzen Beerenauslesen einen sehr hohen natürlichen Restzuckergehalt und kommen daher auch für eine lange Lagerung in Betracht.

Trockenbeerenauslese

Deutscher Prädikatswein. Nur rosinenartig eingeschrumpfte, edelfaule Trauben mit hoher Geschmackskonzentration und einem Oechslegrad ab 150 werden für diesen Wein verwendet. Dadurch erhalten diese Weine eine besondere Intensität in Farbe, Aroma und Würzstoffgehalt. Im Gegensatz zu anderen Weinqualitäten wird bei den meisten edelsüßen Weinen auf diese Edelfäule größter Wert gelegt – denn der Botrytis-Pilz perforiert die Schalen der Trauben, das Wasser kann sich so besser verflüchtigen und alle anderen Inhaltsstoffe wie Zucker und die später für den Geschmack verantwortlichen Stoffe werden hoch konzentriert.

Eiswein

Die für Eiswein verwendeten Trauben müssen bei Lese, also im Weinberg, und der Kelterung gefroren und eine Temperatur von mindestens -7° C aufweisen. Für den Entzug des “überflüssigen Wassers” sorgt bei diesem Wein “Väterchen Frost”. So wird eine sehr hohe Konzentration des natürlichen Zuckergehalts und hohe Extraktwerte erreicht. Das erforderliche Mindestmostgewicht beim Eiswein ist wie bei der Beerenauslese 115 ° Öchsle.

Foto: Dominic Rivard