Geschmacksrichtungen

Im deutschen Weinrecht gibt es Bezeichnungen, die den jeweiligen Süßegrad von Wein und Sekt definieren und diesen als “trocken”, “halbtrocken”, “lieblich” und “süß” eingestufen. Die Weinproduzenten wie auch -konsumenten zürnen schon seit geraumer Zeit mit dieser starren Ausrichtung an der (Rest)-Süße. Weitere Bezeichnungen für die Beschreibung der geschmacklichen Eigenschaften eines Weins wie “fruchtig” und “feinherb” sind deshalb seit einigen Jahren zugelassen. Allerdings darf nur eine Geschmacksrichtung auf dem Etikett stehen!
trocken

Bezeichnung für einen durchgegorenen Wein mit einem geringen Gehalt an Restzucker. Weingesetzlich sind maximal 4 g/l Restzucker zulässig. Allerdings darf der Gehalt auch bis maximal 9 g/l betragen, falls der Gehalt an Gesamt-Säure um nicht mehr als 2 g/l niedriger liegt als der Restzucker-Gehalt. Dies heißt zum Beispiel, dass bei einem Wein mit 9 g/l Restsüße die Gesamt-Säure zumindest 7 g/l aufweisen muß.

halbtrocken

Bezeichnung für einen bestimmten Gehalt an Restzucker im Wein. In Deutschland sind maximal bis 18 g/l zulässig, wenn die Gesamt-Säure höchstens 10 g/l niedriger als der Restzucker ist.

fruchtig

Beschreibung vor allem des Duftes bzw. auch Geschmackes eines Weines im Rahmen einer Weinbeschreibung. Er bezeichnet die Reichhaltigkeit der Aromen aus gesunden, reifen Trauben gewonnenen Weines. Das Spektrum ist dabei sehr vielfältig und umfaßt alle bekannten einheimischen Kernobst- und Beerenobstsorten, aber auch viele tropische und exotische Früchte, Wildfrüchte wie Schlehe, Zitrusfrüchten sowie Mandeln und Nüssen. Zur Fruchtigkeit gesellt sich in der Regel erwartungsgemäß auch die Süße.

süß/edelsüß

Bezeichnung für einen Süßwein, der aus vom Schimmelpilz Botrytis cynerea befallenen, edelfaulen Beeren erzeugt wurde. Ein eindeutiges und auch messbares bzw. weingesetzlich festgelegtes Kriterium, ob ein Wein “nur” als süß oder eben als “edelsüß” bezeichnet werden kann, gibt es aber nicht. Auf jeden Fall sind es ausgeprägt süße Weine, die zumeist einen ganz typischen, honig- und/oder karamelisierten Geschmack aufweisen, der auch ganz leichte Bitternoten aufweisen kann. Voraussetzung dafür sind Trauben mit einem hohen Mostgewicht, was aber bei edelfaulen Beeren der Fall ist. Eine gut integrierte “Restsäure” können diese “Pralinen unter den Weinen” zu unvergeßlichen Geschmackserlebnissen werden lassen.