rote Sorten

Die Rebsorte ist für den Charakter eines Weines entscheidend. Klima, Boden und der Ausbau im Keller bewirken, dass Weine derselben Rebsorte je nach Anbaugebiet unterschiedlich schmecken können. Weltweit sind ca. 8000 Rebsorten bekannt, in Deutschland werden etwa 50 Sorten angebaut. In den Lagen des Weingutes Herzer werden folgende rote Rebsorten angebaut:
André

Die Rebsorte André ist eine Kreuzung von Blaufränkisch und St. Laurent. Sie wurde 1961 durch J. Horak im damals tschechoslowakischen Velke Pavlovice gezüchtet. Eine mittelfrühe, blaue Rebsorte, die in erstklassigen Lagen angebaut werden muß, damit sie gut ausreift und der Säuregehalt angenehm bleibt. André bringt dunkel granatrote Weine mit kräftigen Gerbstoffen und einem ausgeprägt fruchtigem Bukett hervor, die dem St. Laurent ähnlich sind. Diese rote Rebsorte ist heute als Erbe des DDR-Weinbaus eine Spezialität an Saale-Unstrut und eignet sich aufgrund des fruchtigern Charakters der Trauben auch als Lieferant für süffige Rosé-Weine.

Dornfelder

Der Dornfelder wurde 1955 von August Herold in Weinsberg aus einer Kreuzung von Helfensteiner und Heroldrebe gezüchtet und nach dem Weinbaufachmann Imanuel Dornfeld benannt. Dank seiner kräftigen und extraktreichen Ausprägung, dem dunklen, farbintensiven Rot und einem duftigen, fruchtigen Aroma von Walderdbeeren, Sauerkirschen, schwarzen Johannisbeeren und reifem Holunder ist er zur Zeit unbestritten der beliebteste deutsche Rotwein, dem es gelingt, selbst Skeptiker unter den Weinfreunden für sich einzunehmen. Außerhalb von Deutschland spielt er allerdings noch keine Rolle.

Portugieser

Die Herkunft dieser roten Rebsorte ist ebenso unklar wie ihre Namensgebung. Wahrscheinlich stammt der Portugieser aber aus Österreich. Sie kommt in nördlichen Klimazonen sehr gut zurecht und gilt an Saale-Unstrut als die traditionelle blaue Rebsorte. Die feine alte Rebsorte entwickelt große blaue Trauben, die einen leichten, rubinroten, fruchtigen Rotwein mit niedrigem Säuregehalt und geringen Gerbstoffgehalt hervorbringen. Im roten Rebsorten-Spiegel belegt der Portugieser mit immerhin 7% noch vor dem Dornfelder (5%) den ersten Platz. Die Weine eignen sich auch für längere Lagerung, werden jedoch gerne jung getrunken – im Trend: etwas kühler als “Sommerwein”.

Blauer Zweigelt

Der Name dieser schon älteren Rebsorte aus dem Jahr 1922 geht auf den österreichischen Züchter und Namenspaten Fritz Zweigelt zurück. Der körperreiche, aber milde und im Bukett nachhaltige Rotwein ist eine Kreuzung aus Blaufränkisch und St. Laurent. In Österreich eine der populärsten Rebsorten, in Deutschland nur in geringen Mengen in Württemberg und an Saale-Unstrut angebaut, wo er als frühreifende Rotweinsorte oft bessere Ergebnisse erbringt als Spätburgunder.